BEFASZCZOT



Zwei Brüder Albert und Erich SENNEWALDT eröffnen im Jahre 1876 in Bia³a bei Bielsko eine österreichische Fabrik unter dem Namen: Bürsten- und Pinselfabrik. Sie waren gleichzeitig seit 1859 Inhaber von "Geschäft der Eisen- und Metallwaren" in Wilna. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Albert Sennewaldt Bürsten- und Pinselfabrik in Bia³a, und sein Bruder "Geschäft ..." in Wilna verwaltete. Beide Anstalten bildeten Miteigentum.

Am 14. Februar 1884 stirbt im Alter von 47 Jahren Albert Sennewaldt und hinterlässt zwei minderjährige Söhne Oskar und Hugon. Daraufhin übersiedelt der Bruder des Verstorbenen - Erich nach Bia³a, wo er die Firma gemeinsam mit den Söhnen des Verstorbenen bis zum Jahr 1893 leitet. In jenem Jahr erfolgt die Teilung des gemeinsamen Unternehmens in zwei einzelne. Eisen- und Metallwarenlager leitet für eigene Rechnung Erich Sennewaldt. Inhaber von Bürsten- und Pinselfabrik in Bia³a sind jetzt Oskar und Hugon Sennewaldt alleine.

Fabrik der Gebrüder Sennewaldt stellte schon von Geburt an Bürsten und Pinsel in großer Auswahl her. Es wurde Fachpersonal aus Deutschland und Österreich-Ungarn angestellt, das die Bürsten und Pinsel mit der Hand herstellte. Der Beginn des 20. Jahrhunderts samt der Revolution in Technik brachte in die Fabrik Fortschritt auch im Bereich der Produktionstechnologie. Es wurden erste Einpressmaschinen wie auch Maschinen für Holzbearbeitung eingesetzt. Die Technik der Bürsten- und Pinselherstellung beherrschten in kurzer Zeit die angestellten Arbeiter aus dem Gebiet Bia³a und Bielsko. Die Produktion umfasste jetzt: Zahnbürsten, Kleiderbürsten, Haarbürsten, Polierbürsten, Schmutzbürsten, Pferdebürsten, Malerpinsel, Streichbürsten und Rasierpinsel. Als der einzige Betrieb in Europa war die Fabrik der Bürstenlieferant unter anderem an den Hof des Kaisers Franz Josef, zur Ausstattung der führenden europäischen Hotels, an Höfe des Adels. Den Rang des Betriebes macht die Tatsache aus, dass er schon im Jahre 1930 auf der Poznaner Messe für Herstellung seiner Waren mit der "Goldenen Staats- und Ausstellungsmedaille" ausgezeichnet wurde.

In Jahren 1914 - 1918 erfolgte eine dynamische Entwicklung der Fabrik, verursacht durch Bestellungen seitens des Militärs, verbunden mit Führung des 1. Weltkrieges, was das Beschäftigungswachstum bis zu 400 Personen beeinflusste. Es entstand ein neues dreistöckiges Gebäude, die anderen wurden erhöht. Der Stillstand in der Wirtschaft nach dem 1. Weltkrieg hatte schlimme Folgen auch für die Tätigkeit der Fabrik. Im Jahre 1926 stand die Fabrik vor dem Konkurs. Es folgte Abbau des Personals. Die Beschäftigung in der Krisenzeit sank bis auf ca. 250 Arbeiter. Erst seit 1935 tritt eine Besserung der Wirtschaftssituation im Lande ein und die Fabrik erhöht die Produktion und den Beschäftigungsstand. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkriges arbeiten in der Fabrik ca. 450 Arbeiter, darunter ca. 40 Beamten. In dieser Zeit waren in der Fabrik etwa 100 Polen angestellt, darunter einer als Dolmetscher.

Am 3. September 1939 marschierten die Truppen Hitlers ins Gebiet von Bielsko ein. Es begann eine schwere Zeit für die in der Fabrik beschäftigten Polen. Während der ersten Woche war die Fabrik stillgelegt. Nach der Inbetriebnahme wurden nur Deutsche angestellt. Die Fabrik wurde aber in kurzer Zeit für militärische Zwecke umgestellt. Infolgedessen wurden nach ein paar Monaten Polen angestellt. Der Beschäftigungsstand in der Fabrik betrug in der Okkupationszeit ca. 600 Arbeiter, darunter gab es ca. 100 Polen.

In dieser Zeit wechselte die Fabrik ihre Eigentümer. Vor 1942 starben Oskar und Hogon SENNEWALDT. Nach dem Tod der bisherigen Eigentümer übernahmen das Unternehmen die Töchter von Hogon SENNEWALDT Erna und Gertrude wie auch sein Schwiegersohn Otto BITTNER. Bis zum Jahre 1945 verwaltete die Fabrik direkt Otto BITTNER. Im Januar 1945 übersiedelte die ganze Familie BITTNER nach Wien.

Seit 1930 begann ihre Tätigkeit parallel zur Tätigkeit der Fabrik "der Gebrüder SENNEWALDT" Bürsten- und Pinselfabrik "SANAX", untergebracht in Sukiennicza-Str. (zur Zeit: Szkolna-Str. 14). Ihr Begründer und Eigentümer waren bis 1939 Gebrüder jüdischer Herkunft - Heinrich und Wolf GOLBERG. Es war eine kleine Fabrik, die einige zehn Arbeiter beschäftigte. Im Jahre 1939 reiste Heinrich GOLBERG nach Amerika zur Weltmesse aus, wo ihn der Krieg fand. Wolf GOLBERG floh vor dem Okkupanten in die UdSSR, und von dort aus wanderte er über Palästina nach Mexiko aus, wo er eine Bürsten- und Pinselfabrik gründete.


1945-1976 Transpozycja