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Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen
ins Gebiet von Bielsko und Bia³a im Januar 1945 meldeten sich in der Fabrik
15 ehemalige Arbeiter, um die Arbeit fortzusetzen. Ihre erste Aufgabe war es,
das verwüstete Gut sicherzustellen. Während der Kriegshandlungen wurde der
Maschinenpark unvollständig gemacht, und sowjetische Truppen waren dabei,
die in Deutsch geschriebenen technischen Unterlagen zu zerstören. Es
galang nur vereinzelte Exemplare von Alben, Katalogen und Angeboten
aus der Zeit bis 1945 zu retten. Aus dem Betrieb wurden Metallbearbeitungsmaschinen,
Flachriemen, Schreib- und Rechenmaschinen, Leitungsnetz wie auch technische
Unterlagen des Betriebes und des Maschinenparks ausgefahren. Um die
Produktion anlaufen zu lassen, gab es zu wenig Rohstoffe, Lager für
Fertigerzeugnisse war leer. Auf dem Fabrikgelände quartierte sich
eine sowjetische Militäreinheit ein. Im März 1945 fang man unter
Aufsicht des Einheitshauptmanns unter sehr schwierigen Bedingungen
mit der Herstellung von Pinseln an. Die im Jahre 1945 von der polnischen
Regierung übernommene Fabrik besaß veraltete und verwüstete Maschinen
und Einrichtungen. Es gab kein Gas zum Erhitzen des Ofens mit Kolophonium,
man benutzte also eiserne Kohlenöfen. Die übernommenen Fabrikanlagen,
die nur scheinbar eine geschlossene Einheit bildeten, erforderten schon
vom ersten Augenblick der Inbetriebnahme der Fabrik im befreiten Veterland
ernste Reparaturen, vor allem an Decken und Dächern. Parallel zu den
Arbeiten an Behebung der Zerstörungen in der Fabrik begann man auch mit
der Ergänzung und Vervollständigung von Unterlagen wie auch Rohstoffen,
um die Produktion von Bürsten und Pinsel schnell anlaufen zu lassen.
Schon im März
begann man unter schwierigen Bedingungen mit der Pinselherstellung. Die
Arbeiter erhielten von der Stadtkommandantur 200,- z³ als Vorschuss.
Im April wurde die Produktion der Pferdebürsten aufgenommen. Zu diesem Zweck
wurden solche Maschinen eingesetzt wie: Kreissäge, Fräsmaschine, Hobelmaschine
und Einpressmaschine. In der Fabrik sind jetzt schon 50 Arbeiter beschäftigt.
Im Mai fang man mit der Produktion von Kleiderbürsten, Schuhbürsten, Hände-
und Zahnbürsten an. Einen großen Schaden erlitt der Betrieb schon beim Anlauf
der Produktion, und zwar durch Brand am Celluloidplatz, der ein Erdgeschosslager
mit Fertigerzeugnissen, Rohstoffen und Halberzeugnissen zerstörte. In demselben Monat
verließen die Soldaten die Fabrik. Sie wurde dann durch Verwaltung der Galanteriewaren-Industrie
in Kattowitz übernommen. Die Fabrik erhielt den Namen Bürsten und Pinselfabrik
der GEBRÜDER SENNEWALDT - unter staatlicher Verwaltung - Bia³a Krakowska,
Paderewski-Str. 7. Die Belegschaft wählte zum Direktor den ehemaligen Arbeiter
der Abteilung für Holzbearbeitung, Jan NIEMCZYK. Zum Produktionsleiter wurde
Józef ADAMSKI - und die Fabrik beschäftigte jetzt 80 Personen. Bis 1947
erlebt die Fabrik eine dynamische Entwicklung, indem sie Produktions- und
Beschäftigungspotential ständig erhöht. Im Jahre 1947 wurde der Betrieb
von der Direktion der Ortsindustrie in Krakau übernommen. Unter ihrer
Verwaltung stand auch Bürsten- und Pinselfabrik "SANAX". Am 22. September
1950 wurde von der Direktion der Ortsindustrie in Krakau die Verschmelzung
beider Firmen "GEBRÜDER SENNEWALDT" und "SANAX" zu einem Unternehmen
durchgeführt, unter dem Namen STAATLICHE BÜRSTEN- UND PINSELFABRIK
Bielsko-Bia³a. In Jahren 1950 - 1976 erlebt der Betrieb weitere
Organisationsumwandlungen. Im April 1951 ging der Betrieb in die Verwaltung
der Holz- und Bürstenindustrie in Bydgoszcz über. Unter ihrer Aufsicht
stand das Unternehmen bis zum 30 Juni 1954. Seit dem 1. Juli 1954 bis zum 31.
Oktober 1958 hatte die Herrschaft über das Unternehmen die Verwaltung der
chemischen Kleinindustrie in Gleiwitz inne. Seit dem 1. November 1958 bis
zum 31. Dezember 1975 unterstand der Betrieb der Woiwodschaftsvereinigung von
staatlichen Unternehmen der örtlichen Industrie in Kattowitz. In dieser Zeit
bekommt der Betrieb den Namen: BÜRSTEN- UND PINSELFABRIK der örtlichen
Industrie in Bielsko, Bielsko-Bia³a, Hibner-Str. 7.
Wie aus den bisherigen Informationen hervorgeht,
kennzeichnet sich die erste Periode durch relativ geringe Änderungen. 69 Jahre
lang war die Firma "GEBRÜDER SENNEWALDT" im Besitz dieser Familie. Kriegszeit
bedeutet sowohl für die Firma "GEBRÜDER SENNEWALDT", wie auch "SANAX" eine
Besatzungsverwaltung. In der Nachkriegszeit erfolgen bis zum 1975 viele
Organisationsveränderungen. Diese allzu häufigen Änderungen wirkten sich
negativ auf Tätigkeit der Fabrik aus. Änderungen in der Unterordnung, aus
augenblicklichen wie auch vorübergehenden Gründen, hatten nur Kostenerhöhung
und Verschwendung des Vermögens zur Folge. Jedoch schon seit 1950 erfolgt
ständiges Wachstum der Gesamtproduktion. In dieser Zeit zeigte es sich in
den Jahren 1950 - 1955, wo das Produktionswachstum im Verhältnis zu den
vorigen Jahren um 250 % aufzuzeichnen ist. In den Jahren 1971 - 1975 steigt
die Produktion auf 134 %. Diese Wirkungen wurden zum großen Teil dank dem
Anstieg der Arbeitsleistung pro einen Beschäftigten, wie auch dank der
Einführung des technischen Fortschritts erzielt. Der Rang der Fabrik
wächst nicht nur wegen des Produktionsvolumens, sondern auch wegen ihrer
Position im Export, dessen Anfang auf das Jahr 1958 zurückgeht. Die
Erzeugnisse wurden in sozialistische Länder, in hoch entwickelte Länder,
wie auch in die Länder der Dritten Welt exportiert. Die bisherigen Erfolge
im Export werden unter Aufrechterhaltung von hoher Qualität der einzelnen
Erzeugnisse und durch Erhaltung großer Elastizität bei der Aneignung von
neuen technologischen Lösungen erzielt, die den Wünschen ausländischer
Abnehmer entsprechen. Es sollte hier betont werden, dass schon die Firma
"GEBRÜDER SENNEWALDT" das ganze Gebiet von Österreich-Ungarn mit ihren
Erzeugnissen belieferte. Sie hatte den Titel "LIEFERANT DES KAISERHOFES IN WIEN".
Das Warenzeichen, das die Qualität der Erzeugnisse bestätigte, war das
Bild eines liegenden Hirsches POLONIA, und die registrierte Schutzmarke und
Warenzeichen für ausländische Abnehmer war FAVORITE. Dieses Zeichen diente
als registrierte Schutzmarke und zeichnete zugleich
Erzeugnisse der Firma aus.

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